„Die Zukunft gehört einer integrativen Gesellschaft“ – Unter dieser Überschrift hatte der Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ zu Diskussion und Austausch über Migration und Integration eingeladen. In seinem Eingangsstatement stellte Peter Kossen, Vorsitzender des Vereins, fest: „In einer von Migration geprägten Welt ist Integration eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Migration ist nicht in erster Linie ein Problem, sondern eine Realität, aus der wir etwas Gutes machen wollen! Die entscheidende Frage ist doch nicht ernsthaft, ob wir Migration wollen, sondern ob wir sie gestalten wollen.“ Kossen zitierte Papst Leo XIV., der am 23. Oktober des vergangenen Jahres gesagt hat: „Der erniedrigende Umgang mit schutzbedürftigen Migranten ist keine legitime Ausübung nationaler Souveränität, sondern vielmehr ein schweres Verbrechen, das vom Staat begangen oder toleriert wird. Es werden immer unmenschlichere, ja sogar politisch gefeierte, Maßnahmen ergriffen, um diese ‘Unerwünschten’ wie Abfall und nicht wie Menschen zu behandeln. Das Christentum hingegen beruft sich auf den Gott der Liebe, der uns alle zu Brüdern und Schwestern macht und uns auffordert, als solche zu leben.“
Kossen betonte: „Damit Migration gelingen kann zum Nutzen tatsächlich aller braucht es das Engagement der aufnehmenden Gesellschaft vor allem in diesen Bereichen: Sprachkurse — flächendeckend und gratis, Bildungschancen und Anerkennung von Qualifikationen, Arbeit jenseits von Ausbeutung und moderner Sklaverei, Sozialer Status als Bürger und nicht als Gastarbeiter, Wohnen und Gesundheit jenseits von Schrottimmobilie und Mietwucher, Familienzusammenführung und politische Teilhabe auf allen Ebenen. Das wird und das darf unserem Land etwas kosten!“ Er berichtete von Menschen aus Vietnam und Indien, die aktuell beim Verein Rat suchen, weil sie in ihrer Heimat bis zu 15.000 Euro an mafiöse Agenturen gezahlt haben, um sich dann mit deren „Hilfe“ in der modernen Sklaverei der deutschen Fleischindustrie wiederzufinden. Positive Erfahrungen erzählten Florica Scaunasu und Irina Humenko, die als Migrantinnen mit Hilfe des Vereins „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ die Integration in den Arbeitsmarkt geschafft und Arbeit in der Küche bzw. im Pflegebereich der LWL-Klinik gefunden haben. Die Teilnehmer diskutierten an Stehtischen diese Themen: „Missstände in der Migrationspolitik/misslingende Integration“, „Voraussetzungen und notwendige Rahmenbedingungen gelingender Integration“, „Das erwarte ich… Das bringe ich ein: Erwartungshaltungen auf beiden Seiten“ und „Wenn ich mein Land verlassen müsste, dann…“

Peter Kossen, Vorsitzender Aktion Würde und Gerechtigkeit


Fotos: Torsten von Düllen